Mein letztes Paar Spiralsocken ist wirklich lange her und ich kann mich nicht erinnern, jemals für eine erwachsene Person welche gestrickt zu haben. Das hat vor allem den Grund, dass Spiralsocken zwar jedem passen, die fersenlose Strickweise jedoch nicht jedem gefällt. Die Passform sitzt nicht so, wie man es von klassischen Socken gewohnt ist und je nach Beanspruchung können schneller kleine Löcher entstehen, da ein Verstärken der Ferse nicht möglich ist. Ich selbst habe noch nie welche getragen und kann somit den Tragekomfort nicht beurteilen. Allerdings stricke ich hauptsächlich für andere Personen Stricksocken und möchte dabei kein Risiko eingehen.

Bis jetzt...

Im letzten Jahr habe ich meine Charity-Handarbeiten hauptsächlich auf die „Aktion Grüne Socke“ (s. Blogbeitrag) beschränkt und verschiedene Grüne-Socken gestrickt. Natürlich habe ich viel zu viel Garn gekauft und am Ende des Jahres blieb eine beachtliche Anzahl an unverstrickten bzw. angestrickten Knäueln übrig. Aus diesem Grund habe ich mich kurzerhand entschlossen, mein kleines Projekt um ein Jahr zu verlängern und auch in diesem Jahr die Nadeln für den o.g. Verein klappern zu lassen. Glücklicher Weise bin ich – bis auf ein paar typische zivilisatorische Dinge – gesund und möchte mir den Kampf anderer kaum ausmalen. Wenn ich auch nur ein wenig Freude mit meinen Garnen und Socken verschenken kann, lohnt sich die Arbeit und ich mache es gerne. Auch an dieser Stelle kann ich einfach nur für „den guten Zweck“ werben und hoffen, dass möglichst viele sich engagieren. Unsere Welt ist grausam genug und kann ein wenig Miteinander, Empathie und Soziales vertragen.

Im Zuge der neuen Runde „Stricksocken für den guten Zweck“ habe ich bereits zwei Paar Socken gestrickt und überlegte nun, welches Muster als nächstes gestrickt werden möchte. Eines abends scrollte ich durch Instagram und sah ich eine „klassische“ Spiralsocke, die sich munter im Kreis kringelte. Meine Idee war geboren! Schon früher hatte ich darüber nachgedacht, ob man das Muster nicht auch hin und her kringeln lassen kann und nutzte die Gelegenheit, es einfach einmal zu versuchen. Gedacht, gemacht, das Experiment glückte und kann sich durchaus sehen lassen.

Durch die Verwendung von Restgarn blieb mir jedoch nichts anderes übrig, als das Muster durch eine andersfarbige Ferse zu unterbrechen. Wer möchte, kann den Mustersatz jedoch auch bis zur Spitze weiterführen und so die Ferse sparen. Wie immer habe ich fleißig mitgeschrieben und freue mich, wenn sich Nachahmer finden und du genauso viel Spaß beim Stricken hast, wie ich 🙂

Btw… Warum aber der Beitragstitel „Verlaufene Socken„? Ganz einfach! Die Spiralsocken, die mir bekannt sind, drehen sich nur ein eine Richtung. Meine erinnern sich aber an den Weg nicht mehr und drehen immer wieder um 😉



Wichtige Hinweise

  • Der Mustersatz ist denkbar einfach und besteht aus lediglich zwei Teilen. Spiralsocken zeichnen sich durch ein kringelndes Muster aus. D.h. das die Maschen immer ein Stück weiter in eine Richtung geschoben werden. In unserem Fall, dreht das Muster in der Mitte um und läuft wieder zurück zum Anfang.
  • Die rechten Maschen im Bündchen habe ich verschränkt abgestrickt. Darauf kann allerdings auch verzichtet werden, sofern man ein komplett einheitliches Bild möchte.
  • Die benötigte Maschenanzahl muss in meiner Anleitung teilbar durch 8 sein. Alternativ kannst du auch ein wenig schummeln und die Maschenanzahl im Mustersatz kürzen – ich verrate dich nicht 😉
  • Jede Runde wird insgesamt 5x gestrickt. Nur die letzte im ersten Teil 6x, damit der Rückweg ein wenig sanfter eingeläutet wird. Im zweiten Teil wird der die letzte Runde nur ein mal gestrickt, da die restlichen 5 Runden die ersten Runden des Teil 1 sind – ich hoffe, man versteht mich 😀

Die Anleitung

Nimm 64 Maschen auf.

Teil 1:

Runde 1-5: *4 rM, 4 lM*
Runde 6-10: *1 lM, 4 rM, 3 lM*
Runde 11-15: *2 lM, 4 rM, 2 lM*
Runde 16-20: *3 lM, 4 rM, 1 lM*
Runde 21-26: *4 lM, 4 rM* (Achtung! 6, statt 5 Wiederholungen)

Und nun geht es wieder zurück.

Teil 2:

Runde 1-5: *3 lM, 4 rM, 1 lM*
Runde 6-10: *2 lM, 4 rM, 2 lM*
Runde 11-15: *1 lM, 4 rM, 3 lM*
Runde 16: *4 rM, 4 lM*

Das machst du so lange, bis die gewünschte Länge erreicht ist und du die Spitze arbeiten kannst. Alternativ kannst du natürlich auch eine Nachtragsferse oder eine andere Ferse einarbeiten. Der Kreativität sind keine Grenzen gesetzt. Um den schönen Kringel-Effekt beizubehalten ist es jedoch wichtig, dass du das Muster nicht unterbrichst und auf dem Fußrücken das Muster weitergestrickt wird.

Viel Spaß beim Frickeln!


PS: Wer nicht genug von Spiralsocken bekommt, findet im Handel einige, gutbewertete Bücher* zu diesem Thema. Da ich selber keines der Bücher besitze, kann ich mir kein Urteil hierüber erlauben. Ich verstehe jedoch mittlerweile, warum manche nicht genug davon bekommen können und so viel Spaß beim Stricken haben. Übrigens gibt es sogar für die Häkelfraktion die passenden Bücher* im Handel. Mich würde wirklich interessieren, ob sich eine gehäkelte Socke genauso gut anfühlt, wie eine gestrickte. Ich muss es wohl irgendwann einmal ausprobieren 🙂

*Werbung, da Affiliate-Links




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