Ach du Strick!

Garn selber färben oder färben lassen?

Es gibt einen Trend, dem man sich aktuell kaum entziehen kann: Garn färben. Gefärbt wird mit Ostereierfarbe, Kool Aid, professionellem Equipment, Pflanzen aus dem Garten, Gemüseabfälle aus der Küche und vielem mehr.

Es wird gesprenkelt, gestreift, gefadet und vor allem Sockenstricker neigen dazu, ihr eigenes Garn in den Händen halten zu wollen. Einige Handfärber:innen bekräftigen diesen Wunsch, in dem sie zur jeder Technik das passende DIY-Video produzieren und die Community färbt fleißig nach. Zugegeben, es ist absolut inspirierend und es ist wirklich schwer, sich dem zu entziehen. Grundsätzlich neige ich dazu, Dinge ausprobieren zu wollen, mit Farben zu matschen (RIP an meinen Bastelschrank und der angefangenen Hobbie-Leichen) und überall meine Note reinbringen zu wollen. 2020 habe ich es zum ersten Mal mit Solarfärben und ungefärbter Sockenwolle (Werbung) versucht und muss gestehen, dass der Prozess im Glas unfassbar spannend zu beobachten war. Das Ergebnis ist zwar alles in allem schön, aber doch noch etwas verbesserungswürdig. Die Idee, sich das eigene Garn, auf der Lieblingsbase zu färben, gefällt mir noch immer richtig gut.

Solarfärben von Wolle mit Pflanzen

Werde ich mir also eine Schürze kaufen und ab 2022 mein eigenes Garn färben?

Definitiv nicht. So sehr mich das Thema und die Techniken auch interessieren, bleibe ich beim simplen Verarbeiten des bereits gefärbten Garns. Das hat in meinem Fall gleich mehrere Gründe.

1.) Ich ertrage kaum noch mehr KlimBim.
Meine Wohnung ist relativ klein und meine Hobbies nehmen bereits einen ziemlich großen Teil in Anspruch. Überall liegt Garn rum, in den Schränken befinden sich Kerzenreste und ich könnte sofort einen Kindergarten mit Bastelutensilien bespaßen. Mehr Platz möchte ich wirklich nicht opfern.

2.) Ich neige zur Eskalation.
WENN ich eine neue Sache für mich entdecke und wirklich Spaß daran finde, übertreibe ich direkt. Ich decke mich mit allen möglichen Materialien ein, will auf alles vorbereitet sein und hänge mich direkt mit Leib und Seele rein. Zu meinen besten Gartenzeiten besaß ich knapp 50 Bohnensorten und liebe noch heute jede einzelne Musterung. Unterschiedliche Materialien, Farben und Färbertöpfe würden einen gewaltigen Platz in Anspruch nehmen, den ich definitiv nicht habe und auch die Zeit würde ich dafür nicht aufwenden wollen – AUCH, wenn es in den Fingern juckt 🙂

3.) Ich liebe unsere Handfärber:innen!
Für jedes Projekt habe ich bisher die passende Farbe gefunden und ich bin mir zu 100% sicher, dass ich es selbst nicht besser könnte. Zwar würde ich mir die ein oder andere Färbung wünschen (Ein wundervolles Tannengrün oder eine selbststreifende Sockenwolle in weiß, grün und lila), aber ich bin zufrieden mit der mir zur Verfügung stehenden Auswahl. Je nach Projekt, habe ich meine bestimmten Ansprechpartner und weiß, wo ich gut aufgehoben bin.

Und auch, wenn es einen finanziellen Anreiz gibt, da selber färben sicherlich günstiger sein kann, würde mich dieser Punkt nicht umstimmen.



Allerdings heißt mein klares NEIN nicht, dass ich gar nicht färben möchte. Ich sehe davon ab, für meinen „täglichen Bedarf“ zu färben, aber Solarfärbung bzw. Färben mit Pflanzen aus meinem Schrebergärtchen möchte ich definitiv noch mal versuchen. In meinem Garten habe ich bereits ein kleines Eckchen für meine zukünftigen Färberpflanzen reserviert und freue mich auf 2022, wenn ich mich endlich diesem Gartenthema widme. Krappwurzel, Blutweiderich, und Färberknöterich sind nur eine Handvoll der avisierten Färberpflanzen. Meine kleine, persönliche Challenge ist es, dass ich mir selbst aus 24 Mini-Strängen auf meiner Lieblingsbase einen Adventskalender im Sommer färbe, den ich im Dezember auspacke und verarbeiten kann. So würde ich, wenn der Winter vor dem Fenster tobt und die schönen Sommergartenstunden in weite ferne gerutscht sind, bei Kerzenschein in Erinnerungen schwelgen und den Garten auf meine Art neu genießen. Im Zuge dessen würde ich einen weiteren Kalender färben und diesen an jemanden verschenken, der daran Freude hätte.

Auch, wenn ich mich nicht aktiv an diesem Trend beteilige, freue ich mich über jede Färbung, die mir in meinem Feed angezeigt wird. Es ist spannend zu sehen, wer welche Vorlieben hat und wie auch ungeübte Färber wundervolle Ergebnisse zaubern können. Gerade das Persönliche, den eigenen Geschmack verarbeiten zu können, lässt diesen Trend wahrscheinlich so schnell nicht aussterben.


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