Ach du Strick!

Ringel und Streifen! Der Stricksocken-Klassiker

Ringelsocken, Restesocken, Streifensocken, die beliebten Klassiker haben viele Namen, aber eines gemeinsam: Sie sind der Inbegriff der handgestrickten Socke und eignen sich ideal, um angestaute Garnreste sinnvoll zu verwerten!

In meinem Blogbeitrag „Laudation an die Restesocken“ habe ich bereits von kunterbunten Socken geschwärmt, die alles andere als langweilig sind. Wild gemixte oder auch ordentlich nach Farben sortierte Restesocken sind nach wie vor meine liebste Form der Stricksocke und dennoch möchte ich der klassischen „Streifenhörnchensocke“ einen eigenen Blogbeitrag widmen.

Worauf kommt es bei der perfekten Streifensocke an? Gibt es Regeln?

Das Schönste ist, dass es auf rein gar nichts an kommt! Jede Ringelsocke kann so individuell gestrickt werden, wie einem der Sinn danach steht. Es gibt unfassbar viele Möglichkeiten, wie man die einzelnen Streifen strickt, in Szene setzt und miteinander kombinieren kann. Da aber Vielen das kreative Chaos etwas schwer fällt, habe ich hier einige Ideen gesammelt und weiter unten einige Designideen erstellt. Natürlich wird die Liste stetig aktualisiert und erweitert, wenn mir noch eine weitere Idee gekommen ist. Es lohnt sich also, ab und zu vorbei zu schauen 🙂



1.) Klassische Ringelsocke
Für mich ist die „klassische Ringelsocke“ eine glattrechts gestrickte Socke mit 2 oder mehr Farben, die sich in regelmäßigen Abständen wiederholen, ohne das eine Grundfarbe (meist Uni) zu erkennen ist. Je nach persönlichem Geschmack oder Garn, können die Streifen entweder breiter oder schmaler ausfallen. Wer nur wenig Reste bzw. nicht ausreichend unterschiedliche Sockengarne in seinem Stash hat oder aber das Vernähen der Fäden vermeiden möchte, kann auch etwas tricksen und fertige Sockenwolle (Werbung, da Affiliate-Link) nehmen. Diese streift ganz von alleine, sieht klasse aus und man muss es ja keinem verraten ;D

Um ein wenig Variation reinzubringen – sofern du mit Garn aus deinem Bestand strickst – kannst du entweder:

  • mit Kontrastfarben arbeiten (z.B. gedeckte Farben und ein Neonstreifen dazwischen)
  • die Streifen in unterschiedlichen Stärken stricken (Blockstreifen und zarte Streifen dazwischen?)
  • einen Farbverlauf stricken

Sofern du einen Farbverlauf stricken möchtest, benötigst du ein wenig Vorarbeit. Suche dir das passende Garn raus und lege es von hell nach dunkel, von grün nach rot oder wie auch immer du deinen Farbverlauf gestalten möchtest. So kommst du beim Stricken nicht durcheinander und vertauschst die Farben nicht bzw. vergisst keine.

Ich stricke meine Ringelsocken besonders gern mit einem einfarbigen Bündchen, Ferse und Spitze. Entweder nutze ich dafür eine Farbe, die sich in den Ringeln widerspiegelt oder ich nehme eine komplett andere. Gerade beim Verstricken von Garnresten, kann es eigentlich nicht bunt genug sein. So bekam eines meiner Sockenpaare sogar das Bündchen, die Ferse und die Spitze in unterschiedlichen Farben gestrickt – nur Mut! 🙂

Neon Socken

2.) Streifen als farbliches Highlight
Streifen müssen nicht unbedingt die Oberhand haben, um aufzufallen! Ich nutze sie sehr gerne, um gezielt Akzente zu setzen.

Hierbei achte ich für gewöhnlich darauf, dass die Farben der Streifen sich entweder in der Grundfarbe wiederfinden lassen, sofern einzelne Sprenkel vorhanden sind, oder die Streifen einen absoluten Kontrast zum Unigarn bilden. Es gibt viele Sockenträger, die es nicht all zu bunt mögen und eher auf eine neutrale Grundfarbe (z.B. Schwarz) zurückgreifen, während sie im Schaft 2-3 knallig bunte Streifen einarbeiten. Vielleicht kannst du die Lieblingsfarbe deiner Freundin oder die Vereinsfarben eines wahren Sportfans mit einfließen lassen? Durch diese kleinen Hingucker lassen sich nicht nur „Stricksocken“ verschenken, sondern echte Herzensprojekte.

Anmerkung: Übrigens dürft ihr jedem, dem ihr schwarze Socken strickt, sagen, dass es sich hierbei um einen absoluten Liebesbeweis handelt! Ich stricke diesen dunklen Alptraum für N-I-E-M-A-N-D-E-N und bin immer wieder absolut und vollumfänglich fasziniert, wie viele andere es tun. Eine Strickerin schrieb in einer Facebook-Gruppe, dass sie für ihren Sohn und für ihren Mann ausschließlich schwarze Socken in den Größen 46 und 48 strickt. Es blieb mir bis heute in Erinnerung! Allerdings war ich schon oft genug kurz davor, schwarzes Sockengarn zu kaufen und für eine bestimmte Person ein spezielles Farbschema als Ringel einfließen zu lassen. Noch holt mich die Erinnerung an ein Deutschland-Fan-Tuch immer wieder auf den Boden der Tatsachen zurück, aber wer weiß und sag niemals nie…

3.) Streifen mit auffälligem Muster
Streifen müssen nicht zwangsläufig nur durch ihre Farbe auffallen. Wie im oben beschriebenen Beispiel, habe ich dort zwar vor allem mit Farben Kontraste gesetzt, aber ich wollte den mittleren Streifen zusätzlich mit einer Struktur ausstatten und damit noch auffälliger strahlen lassen. Alternativ kann man auch schöne kleine Lochmuster als sommerliche „Guckfenster“ Streifenweise einbauen oder aber etwas wählen, was etwas mehr Volumen bringt. Vielleicht hilft ein Blick in meinen Blogartikel „Eintopf-Socken“ um das passende Muster für die nächste Streifensocke zu finden? Du kannst die dort beschriebenen Muster alle individuell anpassen. Entsprechende Hinweise habe ich dort vermerkt.

Besonders schön ist es auch, wenn sich Muster in regelmäßigen Abständen wiederholen und somit etwas Ruhe reinbringen. Vielleicht strickst du 3 Farben in Streifen und die mittlere ist immer in einem anderen Muster? Auch hier sind der Fantasie absolut keine Grenzen gesetzt!

Restesocken bunt aus handgefärbten Garn im Mustermix

4.) Kunterbunte und komplett chaotisierte Restesocke
Natürlich kannst du deine Streifen auch komplett wahllos aneinanderreihen und so lange stricken, bis das jeweilige Garn aufgebraucht ist. Ich habe schon viele Beispiele gesehen, bei denen man ein schönes Ergebnis kaum für möglich halten würde, die einen aber eines Besseren belehrt haben. Gerade für die Resteverwertung sind Streifensocken optimal geeignet und sehen einfach immer gut aus! Achtet nur beim Verschenken darauf, ob der Empfänger sich wirklich darüber freut. Nicht jeder ist für Restesocken gemacht und das muss man akzeptieren 🙂

Btw. Unter dem Hashtag #HappyScrappySocks könnt ihr bei Instagram die durchgeknalltesten Restesocken aus aller Welt bestaunen. Reinschauen lohnt sich!

Restesocken bunte Stricksocken Garnreste Handgestrickte Socken

5.) Der dezente Look
Nicht jede Stricksocke muss Alarm schlagen und nicht jede Streifensocke muss gleich zum Zebra werden. Für die, die es dezent mögen und möglichst wenig Streifen in die Streifensocken bringen wollen, können einfach das Bündchen in zwei Farben aufteilen. Bislang habe ich nur eine Socke mit zweifarbigen Bündchen gestrickt, finde es aber nach wie vor sehr edel. Entweder wird das Bündchen 50:50 aufgeteilt oder es wird etwas farbiger, wie in meinem Fall. Natürlich geht es auch noch dezenter, wenn nur die obersten Reihen bunt werden. Auch sehr schön.

Alternativ könntest du auch die ersten 3 Reihen des Schaftes in einer etwas dunkleren Farbe als den Grundton stricken. So erhältst du einen kleinen 3D-Look, da es aussieht, wie ein Schatten vom Bündchen.

IdeenschmiedeDesignideen

Mir schwirren noch unzählige weitere Ideen im Kopf herum und nicht für jede habe ich ein passendes Bild parat. Daher habe ich ein wenig mit meinem Bildbearbeitungsprogram gespielt und hoffe, den ein oder anderen ein wenig inspirieren zu können und das man die SOCKE als SOCKE erkennt 🙂 Die jeweiligen Tipps und „kleinen Anleitungen“ stehen, wie oben, über dem Bild. Hierbei handelt es sich einfach um kleine Denkanstöße und ich freue mich über euer Feedback.



  • Die Farbe des Bündchens kann langsam „auslaufen“, indem immer kleiner werdende Streifen in der jeweiligen Farbe gestrickt werden. Entweder behält man das Strickmuster bei oder die Streifen werden glattrechts, wie die übrigen Socke gestrickt. Ich persönlich finde das immer kleiner werdende Sockenbündchenmuster ziemlich cool und es wird (hoffentlich) bald über meine Nadeln flutschen. Übrigens, falls du ein passendes Bündchenmuster für deine Ringelsocke suchst, empfehle ich dir diesen Blogbeitrag.
  • Die Stricksocke hat grundsätzlich eine Unifabe und einzelne, sehr große Blogstreifen als Kontrast dazwischen. Diese ziehen sich über den Schaft und den Fußteil fort. Meiner Erfahrung nach absolut geeignet für Fußballfans (z.B. Gelb und Schwarz – oder Blau und Weiß?) oder kleine und große Zauberer, die tief im Herzen nicht ins Büro sondern nach Hogwarts gehören 😉 Der Trick hierbei ist, dass die Blockstreifen zwar wuchtig sind, aber man dennoch erkennt, dass es eine Grundfarbe gibt. Diese sollte daher immer etwas dominanter sein.
  • Im nächsten Beispiel wird die Socke zwar in einer einzigen Farbe gestrickt, aber an einer gewünschten Stelle werden mehrere gleichgroße, bunte Streifen eingearbeitet. Entweder verwendet man hierfür kleinere Garnreste, die man nicht wegschmeißen möchte oder nutzt die Fläche als kleine Regenbogenfahne 🙂
  • Für die unter uns, die nach Möglichkeit keine bunten Socken auf der Arbeit tragen sollen, die aber grundsätzlich Freude daran haben, kann man die Streifen am Fußteil bzw. im Schuh verstecken! Man sieht es nicht, aber man weiß, dass sie da sind.

Sonstige Möglichkeiten:

Ich liebe Streifensocken, die einen spiegelverkehrten Farbverlauf haben! Hierfür einfach 2 verschiedene Knäuel ansetzen und abwechselnd die jeweiligen Streifen stricken. Gerade mit den Zauberbällen (Werbung, da Affiliate-Link) von Schoppel absolut sehens- und strickenswert und eine der Punkte auf meiner To-Do-Liste, die ich endlich angehen muss! Entweder hat man zwei Garne, die den gleichen Farbverlauf haben und strickt diesen spiegelverkehrt oder man nimmt zwei komplett unterschiedliche Garne.

Übrigens: Es macht vielen Handarbeiter:innen Spaß, Fäden zu vernähen… den meisten allerdings nicht. Gerade bei Stricksocken, die aus einem bunten Sammelsurium aus Garnresten entstehen, können schnell mehrere Dutzend Fäden am Ende zum vernähen übrig bleiben. Um das zu verhindern, solltest du entweder zwischendurch in regelmäßigen Abständen die Fäden vernähen oder du kannst sie gleich mit einstricken (auch „einweben“ genannt).


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