Ach du Strick!

Stash-Abbau und jetzt richtig!

Nachdem mein erster Versuch im Jahr 2021 kläglich gescheitert ist (s. Blogbeitrag) und ich immer wieder schwach wurde, bin ich nun so weit. Ich möchte meinen Garn-Vorrat reduzieren und mich damit etwas befreiter fühlen. Zwar habe ich auf dem Wollfestival in Düsseldorf noch ordentlich zugelangt, aber dort fühlte ich mich bereits übersättigt. Verrückt oder? Überfressen am Garn, wie sonst an der Schokolade.

Relativ schnell habe ich einen Plan ausgetüftelt, der hoffentlich mehr Erfolg bringt, als der aus 2021. Wenn es dich interessiert, begleite mich ein Stückchen, schaue immer mal wieder rein und belächle mein Versagen oder bestaune meine Disziplin! Wir werden gemeinsam herausfinden, ob und wie ich scheitern werde 😀



Warum überhaupt Stash abbauen?

Wie oben beschrieben, bin ich vor allem übersättigt. Ich habe so viel Garn, dass mir ein weiteres Knäuel nicht groß auffällt und auch der Kauf neuen Garns kaum noch Freude bereitet. Im Kaufmoment ist es das schönste Garn der Welt, aber dann landet es in der Kiste und ist schon nicht mehr so wichtig. Versteh mich nicht falsch, ich liebe nach wie vor fast jeden meiner Käufe, aber der Zauber ist nicht mehr derselbe.

Außerdem predige ich in vielen Bereichen meines Lebens, dass der ressourcenschonende Weg ein guter Weg ist. Ich kaufe kaum Kleidung, meine Möbel werden mich wahrscheinlich überleben und ich sehe mich an Deko nicht satt. Wie passt ungenutztes Garn da rein? Es wurden viele (!) Ressourcen genutzt, Arbeit reingesteckt sowie mein Geld, damit es am Ende in Kisten liegt und vergessen wird. Ich habe keine BERGE an Garn, aber doch einen Vorrat, um den andere mich beneiden würden. Viele Menschen kaufen sich ihre Knäuel, wenn sie dafür mühsam Geld angespart haben und diese Demut ist bei mir vollends abhandengekommen. Eigentlich entsprechen Maßlosigkeit und Völlerei nicht meinem Naturell, aber Garn kann ich einfach nicht genug haben.

Fasten gehört in meinen Jahresrhythmus, wie Last Christmas von WHAM! Es hat keinen religiösen Grund, aber doch einen spirituellen. Ein Mal im Jahr verzichte ich auf Dinge, die mir wichtig sind, um ihren Wert wieder wahrzunehmen. Zwar vergesse ich ihn nicht grundsätzlich, aber das wirkliche Gespür verliere ich dennoch im Laufe der Zeit. Ich bin eben privilegiert und verwöhnt. In der Vergangenheit verzichtete bereits auf Fleisch, Zigaretten, Zucker, Plastik und andere Dinge. Bereut habe ich es kein einziges Mal… auch, wenn ich nicht immer gut gelaunt war 😉

Garn-Fasten ist nur der logische Weg, um wieder ein wenig Erdung zu finden und da 6 Handarbeits-Wochen ein wenig lächerlich wären, möchte ich es ausweiten: Im besten Fall kaufe ich mein Garn nur noch, wenn ein Wollfestival ansteht oder ein besonderer Anlass. Ich möchte das Garn vor Ort bewundern, anfassen und aus dem gesamten Kauf ein Erlebnis machen. Kein Kauf mehr per Knopfdruck, keine Mitnahme im Vorbeigehen.

Ob ich es über das kommende Wollfestival durchziehe, weiß ich noch nicht. Der Weg klingt für mich allerdings nicht verkehrt und ich muss zugeben, dass die randwollen Kisten mich mittlerweile sogar überfordern. Ich sehe nicht nur das Garn, sondern auch die Arbeit und verliere einfach den Überblick.

Der Plan

Der erste Versuch scheiterte, weil ich keine Kontrollmechanismen hatte und mich selbst nicht effektiv überwachen konnte. Zwar schrieb ich den Blogbeitrag und hoffte dadurch auf ein wenig Druck, aber das war eine Nullnummer. Sobald ich irgendwo Garn sah, wurde es gekauft, im Stash suchte ich etwas Bestimmtes und kam mit etwas anderen wieder ins Wohnzimmer. Es funktionierte in der Praxis nicht. Es musste ein Plan her!

Ich liebe Visualisierung und weiß, dass mir dadurch bei Weitem mehr Dinge gelungen sind, als wenn ich sie mir einfach nur als Notiz ins Handy geschrieben hätte. Doch wie kann man seinen Stash-Abbau visualisieren und es tatsächlich schaffen?

Mein Weg führte mich in den örtlichen Baumarkt. Dort kaufte ich eine Kiste (Werbung, da Affiliate-Link), die ein wenig kleiner ist, als meine üblichen Garnbehälter. Zuhause angekommen, suchte ich Garne aus, die ich gerne als erstes/nächstes verarbeiten würde und stapelte sie sorgsam rein. Am Ende war die Box randvoll und ließ sich kaum noch schließen.

Aber warum eine extra für diesen Anlass gekaufte Kiste? Ganz einfach: Es ist ein Ziel und man kann es greifen. Mal ehrlich, wenn ich Stash-Abbau betreibe und 3 Garne aus meinem normalen Vorrat verarbeite, sieht man es in den Garnboxen fast gar nicht. Es ist kein Erfolgserlebnis. Wenn ich aber 3 Stränge aus der kleinen Abbau-Kiste nehme, sieht das Ganze schon wieder anders aus. Außerdem vermeide ich so, dass ich mich zu schnell wieder ablenken lasse und mehrere Projekte gleichzeitig beginne, die ich eigentlich nicht geplant hatte. Aus den Augen, aus dem Sinn, die anderen Kisten existieren vorerst nicht mehr.

Wenn ich allerdings merken sollte, dass die Kombination oder das Garn XY mir so gar nicht zusagen und ich mich nur quälen würde, werde ich die gleiche Anzahl an Garnen aus den anderen Kisten holen und das Ungewollte aus dem Projekt rausnehmen. So hätte ich dennoch Garn abgebaut, aber meine Freude dabei behalten. Bei allem Eifer darf ich nicht vergessen, dass es noch immer ein Hobbie ist und ich mich nicht quälen möchte.

Außerdem gehört zu meiner Vorbereitung, dass ich das geplante Blogspecial, den rosa Raakel-Jumper und mein gestreiftes Stricksockenpaar abschließe. Der Pullover ist natürlich viel Arbeit und die Stricksocken lagen schon einige Zeit als UFO rum, GANZ zu SCHWEIGEN vom gewaltigen Arbeitsaufwand des Blogspecials (Ihr glaubt nicht, wie ich schwitze :D), aber ich möchte nichts mehr zwischen mir und meinem Stash wissen. Neben dem Mammutprojekt „Blogspecial“ wäre ich viel zu abgelenkt, um in aller Ruhe und Gemütlichkeit den Stash anzugehen. Allerdings habe ich den Shake-it-up-Shawl ein wenig vorgezogen, um ihn mit anderen anstricken zu können. Man ist ja flexibel 😀

Der vorerst geplante Stichtag ist der 01.11.2022. Zu diesem Zeitpunkt sollten die oben aufgeführten Punkte abgearbeitet und ich bereit für meine wunderschöne Kiste sein. Ich bin auf jeden Fall an allen Ecken am arbeiten, um dieses Etappenziel zu erreichen!

Die wohl schwerste Phase hat allerdings noch vor dem eigentlichen Beitrag über den Stash-Abbau begonnen. Mitte August/Anfang September wurde der Markt überflutet und ein Garn-Adventskalender nach dem anderen schoß aus dem Boden. Es gab wundervolle und inspirierende Mod-Boards, die mir alle gefielen und ich hätte bei locker 3 Handfärberinnen zuschlagen können. Ich habe mich jedoch gemäßigt und bin tapfer geblieben… und habe nur einen gekauft 😀 Es mag kindisch klingen, aber ich wollte mich selbst belohnen und am Ende dieses anstrengenden Jahres überrascht werden. Eine Färberin bot einen Kalender mit einer Duftkerze, einer Sockenstrickanleitung und 3 unterschiedlichen Sockengarnen an: 1x Selbststreifend, 1x Farbverlauf (wie geil ist das denn?!) und 1x Yak. Die ersten beiden Färbungen finde ich an sich schon grandios und Yakwolle wollte ich schon immer ausprobieren… Ob ich zugeschlagen habe? Ich sags mal so: Da Weihnachten nur einmal im Jahr ist, dürfte das der letzte Schwächeanfall gewesen sein.



Die Kandidaten

Weißt du, was ich spannend finde? Bei meiner Garnauswahl ist es mir nicht aufgefallen, aber als ich die Fotos geschossen habe. In dieser Kiste sind alle Handfärberinnen vertreten, bei denen ich jemals mein Garn gekauft habe. Ich bin absolut gehyped auf den direkten Vergleich und freue mich sehr, die Unterschiede zu fühlen und zu bemerken. Zwar muss ich mittlerweile nicht mehr erwähnen, dass es sich hierbei um unbezahlte Werbung, da Markennennung handelt, aber Stefanie, Schissbuxe, macht es dennoch 😉


1.) Der Fade
Das wunderschöne Set habe ich auf dem Wollfestival erstanden und es hat zu mir gesprochen! Es möchte auf alle Fälle ein Pullover werden, nur welcher steht noch nicht zu 100% fest. Vielleicht wird es ein weiterer Raakel-Jumper, da mir das Design gut steht und er so herrlich einfach ist. Ich bin allerdings noch offen für alles Mögliche und werde mich relativ spontan entscheiden.

2.) Die Sockengarne für mich
Die zwei Schönheiten sind ebenfalls vom Wollfestival. Der Flieder-Strang war ein Gewinn und das Streifengarn gefiel mir auf Anhieb unheimlich gut! Als ich dann noch den Vermerk „zweite Wahl“ las, reichte es und meine Dispziplin stürzte in sich zusammen.

Der Flieder-Strang wird evt. ein Paar Gundel-Socken. Dieses Muster wollte ich schon immer stricken, war allerdings schlichtweg zu faul für ein „richtiges“ Sockenmuster. Im kommenden Jahr möchte ich allerdings ein wenig runter vom Blog-Gas und mehr Zeit in Handarbeitsprojekte investieren. Natürlich wird es weiter Beiträge geben, aber ein wenig Zeit werde ich abknipsen müssen 🙂

Das Streifenbällchen wird ein einfaches Paar Stinos.

3.) Die Sockengarne für andere
Im kommenden Jahr möchte ich nicht nur vom Blog-Gas runtergehen, sondern auch von den Geschenk-Projekten. Mein Freund wird den „Hummelpopo“ gestrickt bekommen und der dezente blau-grüne Strang wird ein Paar für die Düsseldorfer Wollengel. Sollte sich mehr Zeit ergeben, wird es in dieser Rubrik sicherlich noch 1-2 Projekte mehr geben, aktuell ist es aber nicht geplant.

4.) Der Shake it Up Shawl
Unter dem Hashtag #ShakeItUpHerbstKAL stricke ich mit ein paar anderen gemeinsam dieses wunderschöne Tuch. Das Garn habe ich ebenfalls auf dem Festival gekauft und nutze das Projekt, um Colorwork zu lernen. Da diese Technik noch ganz neu für mich ist und mich sicherlich gnadenlos überfordern wird, ist hierzu ein Blogbeitrag geplant. Schau gerne vorbei und lies mit, wie sehr ich an den zwei Fäden zerbreche 😀

5.) Der „kleine“ Fade in gedeckten Tönen
Ja, was ich aus diesem Garn machen möchte, weiß ich wirklich nicht. Einen Strickpullover? Ein Tuch? Hast du eine Idee? Ich war so unglaublich verliebt in die Farben und würde sie heute wahrscheinlich nicht mehr kaufen und wenn, dann nur mit irgendwas zusammen.

6.) Der Berg „Puno Due
Berg? Berg! Ich habe zum Geburtstag 14 (?) Knäuel bekommen und weiß gar nicht, wohin mit dem ganzen Garn. Aus dem hellen Rosa wird bekanntlich ein Raakel-Jumper und wie auch der erste, gefällt mir dieser bisher unheimlich gut. Wenn alle Stricke reißen, stricke ich einen dritten und einen vierten, um dem Garnhaufen ein Ende zu bereiten. Grundsätzlich habe ich mit stumpfer Wiederholung absolut kein Problem und könnte auch jeden Tag Spagetti essen – Hauptsache ich mag es. Wenn du für dieses Garn eine andere Anleitung kennst, gerne her damit 🙂

7.) Restefressen!
Ja, ich habe viel Garn und wenig Platz, aber wirklich nervig sind die Garnreste. Sie fliegen überall rum, entknäulen sich und es sind einfach zu viele. Da ich ständig kalte Füße habe (in wirklich allen Bereichen), habe ich mir hier eine besonders schnelle Variante des Abbaus überlegt. Geplant ist, dass ich immer zwei Fäden gleichzeitig verstricke und somit schneller ans Ziel gelange. Ob ich dafür zwei verschiedene Farben nehme oder trotzdem immer nur die gleiche, werde ich wohl spontan entscheiden.




So viel zu meinen Plänen. Ob es gelingt? Falls du den ein oder anderen guten Tipp hast, lasse es mich gerne wissen. Aktuell glaube ich, dass ich einen ganz guten Weg gefunden habe und bin noch absolut optimistisch, dass nichts schief gehen wird 😀

Auf jeden Fall werde ich diesen Blogbeitrag immer wieder aktualisieren, sobald sich etwas in der Box getan hat. Der Übersicht wegen, wird der aktuelle Fortschritt hier drunter festgehalten, so musst du nicht den Beitrag immer und immer wieder lesen.

So denn, let´s go!


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